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Kann das Coronavirus über die Augen übertragen werden?

Das COVID-19-Virus gibt uns nach wie vor viele Rätsel auf, zum Beispiel wissen wir immer noch nicht, ob es sich wirklich über die Augen übertragen kann.

Die American Academy of Ophthalmology (AAO) geht davon aus, dass das Virus sich vor allem durch Atemtröpfchen bei persönlichem Kontakt verbreitet, wenn eine infizierte Person hustet oder niest. Jedoch weist die AAO auch darauf hin, dass diese Tröpfchen möglicherweise auch durch die Augen in den Körper eindringen können. Die Schleimhäute des Körpers sind allgemein am anfälligsten für eine Virusübertragung.

Laut Weltgesundheitsorganisation kann das Virus auch über Speicheltröpfchen oder Nasenschleim übertragen werden.

Laut den U.S. Centers for Disease Control and Prevention (CDC) können infizierte Tröpfchen (bzw. infizierter Schleim) in den Mund oder die Nase einer nicht infizierten Person und von dort gegebenenfalls in die Lunge gelangen.

Das Coronavirus, das die Atemwegserkrankung COVID-19 verursacht, könnte sich auch dadurch ausbreiten, dass Sie ein Objekt oder eine Oberfläche (wie einen Türknauf oder eine Arbeitsfläche) anfassen, auf der das Virus ist, und dann Ihren Mund oder Ihre Augen berühren, so die AAO.

Aber die AAO und CDC betonen, dass nur in wenigen Fällen eine Ansteckung mit dem Virus auf den Kontakt mit einem kontaminierten Objekt oder einer Oberfläche zurückzuführen ist. Übertragungen dieser Art können durch angemessene Hygienemaßnahmen und Händewaschen verhindert werden.

Die Bindehaut: Ein möglicher Infektionsweg für das Coronavirus?

Es ist möglich, dass das Coronavirus über die Bindehaut Ihres Auges in Ihren Körper gelangt und Ihre Augen somit einen untergeordneten Infektionsweg für COVID-19 darstellen. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass COVID-19 sich über die Augenflüssigkeit von Person zu Person überträgt.

Die Bindehaut ist die dünne, durchsichtige Membran, die Teile des Weißen des Auges und der Innenseite der Augenlider bedeckt. Es gibt Anzeichen dafür, dass Bindehautentzündungen ein Symptom von COVID-19 sein könnten.

Im Juni 2020 berichtete die Review of Ophthalmology von einer aktuellen Studie, die in der Fachzeitschrift Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht wurde und diese Annahme näher beleuchtet. Forscher in Hongkong stellten fest, dass das COVID-19-Virus die Bindehaut des Auges infizieren kann; jedoch gibt es bislang keine Belege dafür, dass die Erkrankung vom Auge auf die Lungen übergehen kann.

Kendrick C. Shih, MD, einer der Autoren der Studie, weist darauf hin, dass die Forschung keinerlei Beweise dafür liefern konnte, dass sich das Virus über den Blutkreislauf im Rest des Körpers ausbreitet, und dass „die Studie nicht untersucht, ob das Virus sich von der Bindehaut eines COVID-19-Patienten durch Tränen oder Augenreiben auf andere übertragen kann.“

Bindehautentzündungen und COVID-19: Eine Übertragung über die Augen ist unwahrscheinlich

Die tatsächliche Anzahl an COVID-19-Erkrankten mit einer Bindehautentzündung ist jedoch immer noch etwas unklar.

Eine kleinere Studie, die im März 2020 in der Fachzeitschrift JAMA Ophthalmology veröffentlicht wurde, stellte fest, dass von 38 COVID-19-Patienten in chinesischen Krankenhäusern 28 (74 %) mit nasopharyngealen Abstrichen positiv auf das Coronavirus getestet wurden, und 12 (32 %) positive klinische Anzeichen einer Bindehautentzündung (Augenrötung, Schwellung, tränende Augen oder vermehrte Augensekretbildung) aufwiesen.

Aber eine andere kleine Studie, die im Juli 2020 in der Fachzeitschrift Ophthalmology veröffentlicht wurde, befand, dass bei 17 positiv auf COVID-19 getesteten Patienten in Singapur keinerlei Spuren des Coronavirus in den Tränen der Patienten zu finden waren, obwohl bei ihnen das Virus in den Nasen und Hälsen vorhanden war.

Die Studie zitiert außerdem eine wesentlich umfassendere Studie, die am 30. April 2020 im The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde und feststellte, dass von 1.099 chinesischen Patienten mit im Labor bestätigten COVID-19-Erkrankungen nur 0,8 % Symptome einer Bindehautentzündung hatten.

„Trotz dieser erfreulichen Ergebnisse ist es wichtig, dass die Menschen sich darüber im Klaren sind, dass der Schutz der Augen – sowie der Hände und des Mundes – die Übertragung respiratorischer Viren wie des Coronavirus eindämmen kann“, so die AAO, die die Fachzeitschrift Ophthalmology herausgibt.

In einer im März 2020 veröffentlichten Pressemitteilung gab die AAO an, dass „die Gesundheitsbehörden davon ausgehen, dass sich nur bei 1 % bis 3 % der Menschen mit Coronavirus-Infektion eine Bindehautentzündung entwickelt.“

Wie können Sie dazu beitragen, das Infektionsgeschehen abzuflachen?

Was können Sie tun, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen? Hier finden Sie einige Tipps:

  • Waschen Sie sich oft und gründlich mit Seife und Wasser die Hände. Wenn Sie keinen Zugang zu Seife und Wasser haben, reinigen Sie Ihre Hände mit einem Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis.

  • Widerstehen Sie der Versuchung, Ihre Augen, Ihre Nase und Ihren Mund zu berühren.

  • Halten Sie Abstand zu Personen, die dem Coronavirus ausgesetzt waren oder sich damit infiziert haben.

  • Bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase mit einem Taschentuch, wenn Sie husten oder niesen, oder benutzen Sie die Innenseite des Ellenbogens. Entsorgen Sie Taschentücher sofort nach der Benutzung.

Darüber hinaus könnte der AAO zufolge das Tragen einer Brille die infizierten Atemtröpfchen daran hindern, an Ihre Augen zu gelangen. Allerdings bietet sie nicht unbedingt umfassenden Schutz, da die Tröpfchen auch seitlich oder über bzw. unter der Brille in Ihre Augen gelangen können. Ein vollständiger Gesichtsschutz oder eine Schutzbrille mit Seitenschutz sind effektivere Alternativen für jene, die in direktem Kontakt mit infizierten Menschen sind.

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