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Wie Sie die besten Gläser für Ihre Brille auswählen

Lächelnde Frau mit Brille

Die Gläser, die Sie für Ihre Brille auswählen, bestimmen – oftmals mehr noch als die Fassung – darüber, wie glücklich Sie mit Ihrer Brille sind.

Der Kauf von Brillengläsern ist keine einfache Aufgabe. In einer kürzlich erschienenen Ausgabe des Consumer Reports Magazins heißt es, dass „es eine solch große Auswahl an Brillengläsern und Beschichtungen gibt, dass es schwierig ist zu entscheiden, was wirklich kaufenswert ist“.

Die folgende Orientierungshilfe gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Arten von Brillengläsern zu erhalten. Sie unterstützt Sie zudem dabei, die Gläser und Beschichtungen mit den Eigenschaften auszuwählen, die Ihren Bedürfnissen am besten entsprechen.

Warum es so wichtig ist, die richtigen Gläser für Ihre Brille auszuwählen

Beim Kauf einer Brille spielt die Fassung, die Sie auswählen, sowohl bezüglich Ihres Erscheinungsbildes als auch des Tragekomforts eine wichtige Rolle. Die Brillengläser, die Sie auswählen, beeinflussen jedoch gleich vier Faktoren: Erscheinungsbild, Komfort, Sehschärfe und Sicherheit.

Ein häufiger Fehler, den Menschen bei Kauf einer Brille oftmals begehen, ist, dass sie zu wenig Zeit in die Auswahl des Brillenglasmaterials, Designs und der Beschichtung investieren.

Dieser Artikel gibt Ihnen die Grundlagen zur Hand, die Sie brauchen, um beim Kauf von Brillengläsern eine weise Entscheidung zu treffen.

Die folgenden Informationen gelten für alle Brillenglasstärken – egal, ob Sie Monofokalgläser zur Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und/oder Astigmatismus oder Gleitsichtgläser, Bifokalgläser oder andere Multifokalgläser zur Korrektur von Alterssichtigkeit benötigen.

Brillenglasmaterialien – Eigenschaften und Vorteile

Brillengläser aus Glas

In der Anfangszeit der Sehkorrektur waren alle Brillengläser noch aus Glas hergestellt.

Obwohl Brillengläser aus Glas eine hervorragende Optik bieten, sind sie schwer und können leicht brechen und den Augen potenziell großen Schaden zufügen oder sogar zum Verlust eines Auges führen. Aus diesen Gründen wird Glas weithin nicht mehr für Brillengläser verwendet.

Kunststoffgläser

Im Jahr 1947 führte die Armorlite Lens Company in Kalifornien die ersten leichtgewichtigen Kunststoffbrillengläser auf dem Markt ein. Die Gläser waren aus einem Kunststoffpolymer namens CR-39, die Abkürzung für „Columbia Resin 39“. Der Name wurde gewählt, da es sich um die 39. Rezeptur eines thermisch gehärteten Kunststoffs handelte, die in frühen 1940ern von PPG Industries entwickelt wurde.

Aufgrund des leichten Gewichts (nur etwa halb so schwer wie Glas), der niedrigen Kosten und der hervorragenden optischen Qualitäten ist CR-39 auch heute noch ein gefragtes Material für Brillengläser.

Polycarbonat-Brillengläser

In den frühen 1970ern führte Gentex Corporation die ersten Brillengläser aus Polycarbonat für Schutzbrillen ein. In den späten 1970ern und 1980ern erfreuten Polycarbonat-Brillengläser zunehmender Beliebtheit, was heute immer noch so ist.

Ursprünglich wurde Polycarbonat für Helmvisiere für die US Air Force, für „kugelsicheres Glas“ für Banken und andere Sicherheitsanwendungen entwickelt. Es ist leichter und erheblich stoßresistenter als CR-39-Kunststoff und wird daher bevorzugt für Kinderbrillen, Schutzbrillen und Sportbrillen verwendet.

Ein neueres leichtgewichtiges Brillenglasmaterial mit ähnlich stoßresistenten Eigenschaften wie Polycarbonat ist Trivex (PPG Industries), das im Jahr 2001 auf dem Brillenmarkt eingeführt wurde. Ein potenzieller visueller Vorteil von Trivex ist sein höherer Abbe-Wert (siehe unten).

Kunststoffgläser mit hohem Brechungsindex

In den letzten 20 Jahren hat eine Reihe von Brillenglasherstellern als Reaktion auf die Nachfrage nach dünneren, leichteren Brillen Kunststoffgläser mit hohem Brechungsindex eingeführt. Diese Gläser sind dünner und leichter als CR-39-Kunststoffgläser, da sie einen höheren Brechungsindex (siehe unten) und möglicherweise auch ein geringeres spezifisches Gewicht haben.

Im Folgenden sind einige beliebte Brillenglasmaterialien nach Brechungsindex und Glasdicke (gute Kostenindikatoren) aufgeführt – außer Kronglas sind alle aus Kunststoff.

Brillenglasmaterialien
BrillenglasmaterialBrechungsindexAbbe-WertHauptmerkmale und Vorteile
Kunststoffgläser mit hohem Index1.70 to 1.7436 (1.70)
33 (1.74)
Die dünnsten verfügbaren Brillengläser.
Filtern 100 % UV-Strahlung.
Leichtgewichtig.
Kunststoffgläser mit hohem Index1.60 to 1.6736 (1.60)
32 (1.67)
Dünn und leicht.
Filtern 100 % UV-Strahlung.
Kostengünstiger als Gläser mit dem Index 1.70 - 1.74.
Tribrid1.6041Dünn und leicht.
Deutlich robuster als CR-39 und Kunststoffgläser mit hohem Index (außer Polycarbonat und Trivex).
Höherer Abbe-Wert als Polycarbonat.
Nachteil: Noch nicht in vielen verschiedenen Glasdesigns erhältlich.
Polycarbonat1.58630Überlegene Stoßfestigkeit.
Filtern 100 % UV-Strahlung.
Leichter als Kunststofflinsen mit hohem Index.
Trivex1.5445Überlegene Stoßfestigkeit.
Filtern 100 % UV-Strahlung.
Höherer Abbe-Wert als Polycarbonat.
Leichtestes verfügbares Linsenmaterial.
CR-39 Kunststoff1.49858Ausgezeichnete Optik.
Niedrige Kosten.
Nachteil: Glasdicke.
Kronglas1.52359Ausgezeichnete Optik.
Niedrige Kosten.
Nachteile: schwer, zerbrechlich.

Brechungsindex

Der Brechungsindex (bzw. Refraktionsindex) eines Brillenglasmaterials ist eine Zahl, bei der es sich um eine relative Messung handelt, die wiedergibt, wie effizient das Material Licht bricht (ablenkt), was davon abhängt, wie schnell Licht durch das Material dringt.

Der Brechungsindex von Brillenglasmaterial ist die Verhältniszahl der Geschwindigkeit des Lichts in einem Vakuum geteilt durch die Geschwindigkeit von Licht im Brillenglasmaterial.

Der Brechungsindex von CR-39-Kunststoff ist beispielsweise 1,498. Das bedeutet, dass sich Licht etwa 50 Prozent langsamer durch CR-39-Kunststoff ausbreitet als in einem Vakuum.

Je höher der Brechungsindex eines Materials ist, umso langsamer bewegt sich das Licht durch das Material, was zu einer größeren Ablenkung (Refraktion) der Lichtstrahlen führt. Je höher also der Brechungsindex von Brillenglasmaterial ist, umso weniger Brillenglasmaterial ist erforderlich, um das Licht in dem gleichen Grad abzulenken wie Brillenglas mit einem niedrigeren Brechungsindex.

Mit anderen Worten ist bei gegebener Brillenglasstärke ein Brillenglas aus einem Material mit einem hohen Brechungsindex dünner als ein Brillenglas aus einem Material mit einem niedrigeren Brechungsindex.

Der Brechungsindex derzeitiger Brillenglasmaterialien reicht von 1,498 (CR-39-Kunststoff) bis 1,74 (eine spezifische Art von Kunststoff mit hohem Brechungsindex). Für dieselbe Sehstärke und dasselbe Brillenglasdesign ist also ein aus CR-39-Kunststoff hergestelltes Brillenglas das dickste verfügbare Brillenglas. Ein Kunststoffbrillenglas mit hohem Brechungsindex von 1,74 ist das dünnste.

Abbe-Wert

Der Abbe-Wert (bzw. die Abbe-Zahl) eines Brillenglasmaterials ist ein objektives Maß das besagt, wie breit das Brillenglas unterschiedliche Wellenlängen von Licht streut, während das Licht hindurchgeht. Brillenglasmaterialien mit einem niedrigen Abbe-Wert verfügen über eine höhere Streuung, was zu einer merklichen chromatischen Aberration führt – ein Abbildungsfehler, der sich durch farbige Lichtkreise um Gegenstände, vor allem Lampen, herum bemerkbar macht.

Im Falle einer chromatischen Aberration ist diese am deutlichsten, wenn man durch die äußeren Ränder der Brille schaut. Am wenigsten macht sie sich bemerkbar, wenn man direkt durch den zentralen optischen Bereich der Brillengläser blickt.

Die Abbe-Werte von Brillenglasmaterial reichen von einem hohen Wert von 59 (Kronglas) bis zu einem niedrigen Wert von 30 (Polycarbonat). Je niedriger die Abbe-Zahl ist, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Brillenglasmaterial eine chromatische Aberration verursacht.

Die Abbe-Zahl ist nach dem deutschen Physiker Ernst Abbe (1840-1905) benannt, der diese nützliche Maßeinheit der optischen Qualität definiert hat.

SIEHE AUCH: Wie man Brillen reinigen kann, ohne das Brillenglas zu zerkratzen

Asphärisches Design

Zusätzlich zur Auswahl eines Brillenglasmaterials mit hohem Brechungsindex können Sie sich für ein asphärisches Design entscheiden, um Ihren Brillengläsern ein dünneres und attraktiveres Profil zu verleihen.

Bei einem asphärisches Design ändert sich allmählich die Krümmung des Brillenglases vom Zentrum des Brillenglases zu seinen Rändern hin. Das ermöglicht den Brillenglasherstellern, flachere Krümmungen bei der Herstellung von Brillengläsern zu verwenden, ohne die optische Leistung der Brillengläser zu schmälern.

Da asphärische Brillengläser flacher als konventionelle (sphärische) Brillenglasdesigns sind, verursachen sie eine geringere unerwünschte Vergrößerung der Augen des Brillenträgers und verbessern somit das Erscheinungsbild. In manchen Fällen sorgt ein asphärisches Design auch für eine deutlichere periphere Sehschärfe.

Die meisten Kunststoffbrillengläser mit hohem Brechungsindex verfügen über ein asphärisches Design, um sowohl das Erscheinungsbild als auch die optische Leistung der Brillengläser zu optimieren. Bei Polycarbonat- und CR-39-Brillengläsern erhöht ein asphärisches Design für gewöhnlich die Kosten für die Brillengläser.

Mindestdicke des zentralen Bereichs (oder Dicke des Randbereichs)

Es gibt BS EN-Standards für Stoßfestigkeit, so dass Optiklabore Ihre Brillengläser nicht unbegrenzt dünn herstellen können.

Bei (konkaven) Brillengläsern für die Korrektur von Kurzsichtigkeit ist der dünnste Bereich des Brillenglases der optische Mittelpunkt; er liegt in der Mitte oder in der Nähe der Mitte. Bei (konvexen) Brillengläsern zur Korrektur von Weitsichtigkeit ist der dünnste Bereich des Brillenglases an seinen Rändern.

Aufgrund ihrer hohen Stoßfestigkeit ist es möglich, Polycarbonat- und Trivex-Brillengläser zur Korrektur von Myopie so herzustellen, dass der zentrale Bereich nur 1,0 mm dick ist und immer noch dem BS EN-Standard für Stoßfestigkeit entspricht. Brillengläser zur Korrektur einer Myopie, die aus anderen Materialen hergestellt sind, müssen im Zentrum gewöhnlich dicker sein, um dem Standard zu entsprechen.

Die Größe und Form Ihrer Brillenfassung hat auch Einfluss auf die Dicke Ihres Brillenglases, insbesondere wenn Sie eine hohe Brillenstärke haben. Die Wahl einer kleineren, gut zentrierten Fassung kann die Dicke und das Gewicht Ihrer Brillengläser erheblich reduzieren, egal welches Material Sie für die Brillengläser aussuchen.

Generell sind die dünnsten Gläser für Ihre Stärke asphärische Gläser aus einem Material mit hohem Brechungsindex in einer kleinen Fassung.

Behandlungen für Brillengläser

Die folgenden Behandlungen für Brillengläser sind entscheidend für den höchsten Komfort, die längste Haltbarkeit und das beste Erscheinungsbild von Brillen:

Expandable

Wenn Sie draußen keine Sonnenbrille tragen, versichern Sie sich, dass Ihre Brillengläser die UV-Strahlen zu 100 % blockieren. Manche Materialien für Brillengläser tun das nicht ohne eine zusätzliche Beschichtung.

Kratzfeste Beschichtung

Alle leichten Brillenglasmaterialien (siehe Tabelle) haben etwas weichere Oberflächen und sind einem höheren Risiko für Kratzer und Abschürfungen ausgesetzt. Das weichste Brillenglas ist gleichzeitig das mit der größten Stoßfestigkeit: Polycarbonat. Alle Kunststoffbrillengläser und Gläser mit hohem Brechungsindex erfordern eine im Werk aufgetragene kratzfeste Beschichtung für eine angemessene Lebensdauer des Brillenglases.

Die meisten modernen kratzfesten Beschichtungen (auch Hartschicht genannt) können Ihre Brillengläser fast so kratzfest wie Glas machen. Wenn Sie jedoch grob mit Ihrer Brille umgehen oder eine Brille für Ihr Kind kaufen, fragen Sie nach Brillengläsern mit einer Garantie auf Kratzer für einen bestimmten Zeitraum.

Entspiegelnde Beschichtung

Eine entspiegelnde Beschichtung hat eine Menge Vorteile für alle Brillengläser. Sie eliminiert Reflexionen in den Brillengläsern, die den Kontrast und die Klarheit vor allem nachts reduzieren. Sie sorgt auch dafür, dass Ihre Brillengläser so gut wie unsichtbar sind, so dass Sie besseren Augenkontakt herstellen können und Sie und andere nicht von Reflexionen in Ihren Brillengläsern abgelenkt werden. Brillengläser mit entspiegelnder Beschichtung verursachen auch mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit Blend-Effekte auf Fotos.

Eine entspiegelnde Beschichtung ist vor allem dann wichtig, wenn Sie Brillengläser mit hohem Brechungsindex auswählen, denn je höher der Brechungsindex eines Brillenglasmaterials ist, umso mehr Licht reflektiert das Brillenglas. Brillengläser mit hohem Brechungsindex können in der Tat bis zu 50 Prozent mehr Licht als CR-39-Brillengläser reflektieren, was ohne eine entspiegeldne Beschichtung zu beträchtlich mehr Blend-Effekten führt.

UV-blockierende Behandlung

Die kumulative Exposition gegenüber der schädlichen ultravioletten (UV) Strahlung der Sonne über das ganze Leben gesehen, wird mit altersbedingten Augenproblemen in Zusammenhang gebracht, einschließlich grauem Star und Makuladegeneration.

Aus diesem Grund sollte man seine Augen von früher Kindheit an vor UV-Strahlung schützen. Glücklicherweise haben Polycarbonat- und fast alle Kunststoffbrillengläser mit hohem Brechungsindex einen integrierten 100%igen UV-Schutz aufgrund der absorbierenden Eigenschaften des Brillenglasmaterials.

Wenn Sie sich jedoch für CR-39-Kunststoffgläser entscheiden, müssen Sie wissen, dass diese Brillengläser eine zusätzliche Beschichtung benötigen, um einen mit anderen Brillenglasmaterialien vergleichbaren UV-Schutz zu bieten.

Photochrome Behandlung

Diese Brillenglasbehandlung führt dazu, dass das Brillenglas als Reaktion auf die UV-Strahlung der Sonne und hochenergetische sichtbare (HEV) Lichtstrahlen automatisch abgedunkelt wird, um dann schnell wieder (nahezu) aufzuhellen, sobald man wieder im Haus ist. Photochrome Brillengläser sind in nahezu allen Brillenglasmaterialien und Designs erhältlich.

Kosten von Brillengläsern und Fassungen

Je nach Art der Brillengläser und der Behandlung für die Brillengläser sowie dem Brillenglasdesign, das Sie benötigen, können diese schnell teurer sein als die Fassung – sogar wenn Sie das neueste Designer-Gestell auswählen.

Die Summe, die Sie für Ihre nächste Brille bezahlen, hängt von vielen Faktoren ab, u. a. von Ihren visuellen Bedürfnissen, Ihrem Modegeschmack und davon, ob Ihre Versicherung einen Teil der Kosten Ihrer Brille abdeckt.

Wenn Sie eine Luxus-Designerfassung und asphärische Gleitsichtbrillengläser mit hohem Brechungsindex sowie mit einer hochwertigen entspiegelnden Beschichtung auswählen, könne die Kosten für Ihre Brille schnell 500 Euro übersteigen können.

Für das beste Preis-Leistungs-Verhältnis ist es entscheidend, die Eigenschaften und die Vorteile der Produkte, die Sie in Betracht ziehen, zu kennen und eine weise Entscheidung mit der Hilfe eines Augenoptikers, dem Sie vertrauen, zu treffen.

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Beim Kauf einer Brille ist der Rat eines Experten unschlagbar.

Der Kauf einer Brille kann herausfordernd erscheinen, muss es aber nicht sein. Entscheidend sind genaue und unvoreingenommene Informationen über Brillengläser.

Um so zufrieden wie möglich mit Ihrer Brille zu sein, befolgen Sie bitte zusätzlich zu dieser Orientierungshilfe den Rat von Consumer Reports: Fragen Sie Ihren Optiker, welche Brillengläser und welche Behandlung für Ihre Brillengläser Ihren speziellen Bedürfnissen und Ihrer Brillenstärke am besten entsprechen.

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