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Farbenblindheit-Tests und welche Arten es gibt

Beispiel eines Farbenblindheits-Tests

Mithilfe eines Farbenblindheit-Tests kann festgestellt werden, ob Sie Farben richtig erkennen können.  Wenn Sie beim Test nicht gut abschneiden, haben Sie eine Farbsehschwäche – auch Farbenblindheit genannt.

Mithilfe von Farbenblindheit-Tests kann auch bei Kindern festgestellt werden, ob sie Schwierigkeiten haben, Farben zu erkennen. Das könnte auch einen Einfluss auf bestimmte Aktivitäten zu Hause oder in der Schule haben.

Diese Tests dienen auch dazu, Menschen zu identifizieren, die potenziell Probleme bei beruflichen Tätigkeiten haben können, die perfektes Farbensehen erfordern.  

Es gibt zwei Arten von Farbenblindheit-Tests:

  1. Screening-Tests, die das Vorhandensein einer Farbsehstörung feststellen können.

  2. Umfassendere Tests, die eine Farbsehschwäche diagnostizieren und messen können, wie schwerwiegend sie ist.

Farbenblindheit-Screening-Tests

Ein sehr verbreiteter Test zur Feststellung einer Farbenblindheit ist der Ishihara-Farbsehtest.

Shinobu Ishihara, ein japanischer Augenarzt, entwickelte diesen Test vor mehr als 100 Jahren. Mithilfe dieses Tests kann eine Rot-Grün-Sehschwäche schnell diagnostiziert werden (die häufigste Farbsehschwäche).

Ishihara Farbtafel zum Screening von Farbsehschwächen.

Augenärzte und Optiker verwenden Ishihara-Tafeln, um Patienten auf Farbsehstörungen zu untersuchen. Wer eine Rot-Grün-Sehschwäche hat, erkennt die rote Zahl in diesem Beispiel womöglich nicht.

Der Ishihara-Test besteht aus mehreren kreisförmigen Bildern (bzw. "Tafeln"). Jedes Bild besteht aus vielen Punkten unterschiedlicher Farben, Helligkeiten und Größen.

Eine Person mit normalem Farbsehvermögen kann eine Zahl wahrnehmen, die sich in der Punkteanordnung "versteckt".

Eine Person mit Rot-Grün-Sehschwäche kann die Zahl jedoch nicht sehen. Stattdessen sieht sie:

  • ein beliebiges Punktemuster oder

  • eine andere Zahl als jene, die eine Person mit normalem Farbsehvermögen sieht.

Der vollständige Ishihara-Farbsehtest umfasst 38 Tafeln. Eine kürzere Version des Tests (mit weniger Tafeln) kann im Rahmen einer Augenuntersuchung verwendet werden, um auf Farbenblindheit hin zu prüfen.

Das Screening findet bei normaler Raumbeleuchtung statt. Wenn Sie eine Brille mit Sehstärke benötigen, können Sie diese bei diesem Test tragen.

Wenn Sie beim Ishihara-Farbsehtest nicht gut abschneiden, wird Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt mit Ihnen erötern, was das für Sie bedeutet.

Umfassende Farbenblindheit-Tests

Ein Screening-Test kann eine Farbenblindheit gegebenenfalls zwar diagnostizieren, aber um den Schweregrad der Sehschwäche festzustellen, sind umfassendere Farbenblindheit-Tests nötig.

Der verbreiteste umfassendere Test ist der Farnsworth-Munsell-Test mit 100 Farbtönen.

Der Farnsworth-Munsell 100 Hue-Test identifiziert und quantifiziert Farbsehschwächen. (Bild: Macular Pigment Research Group, Waterford Institute of Technology)

Dieser Test besteht aus vier Fächerreihen, die viele kleine unterschiedliche Farbchips enthalten. In jeder Fächerreihe befindet sich jeweils am Anfang und am Ende eine farbige Referenzscheibe.

Man muss die Farbchips in den einzelnen Fächerreihen so anordnen, dass sie einen durchgängigen Farbverlauf bilden.

Dieser Test sollte bei einer Raumbeleuchtung stattfinden, die natürliches Tageslicht simuliert.

Jeder Farbchip ist auf der Unterseite nummeriert, um der Prüferin oder dem Prüfer die Auswertung der Ergebnisse anhand eines Schlüssels zu ermöglichen. 

Dieser Abgleich bestimmt die Art und den Schweregrad der Farbenblindheit.

Eine kürzere Version des Farnsworth-Munsell-Tests mit 100 Farbtönen – der sogenannte D15-Test – umfasst 15 Farbchips. Wie auch der Ishihara-Test ist der D15-Test nur für die Erstdiagnose einer Farbenblindheit geeignet.

Wer sollte einen Test auf Farbenblindheit durchführen lassen?

Jeder, der einen Beruf in Betracht zieht, in dem eine genaue Farbwahrnehmung von entscheidender Bedeutung ist, sollte einen Test auf Farbenblindheit durchführen lassen. Beispiele hierfür sind Elektriker, Werbegrafiker, Designer, Techniker und bestimmte Mitarbeiter in Fertigung und Marketing.

Wie genau sich die Farbenblindheit auf die Arbeitsleistung einer Person auswirkt, hängt zu einem großen Teil von den farbbezogenen Anforderungen der Position und der Schwere der Farbsehschwäche der Person ab.

In vielen Fällen sind Befürchtungen, durch Farbenblindheit beeinträchtigt zu werden, unberechtigt. Da die Erkrankung bereits bei der Geburt vorhanden ist, sind sich die meisten farbenblinden Menschen ihrer Farbsehschwäche nicht bewusst und finden nicht, dass sie ihr tägliches Leben wesentlich beeinträchtigt.

Es gibt keine Behandlung für Farbenblindheit an sich, jedoch können in einigen Fällen speziell getönte Kontaktlinsen die Fähigkeit einer farbenblinden Person verbessern, Unterschiede zwischen bestimmten Farben wahrzunehmen.

Online-Farbenblindheit-Tests

Viele Farbenblindheit-Tests sind online verfügbar. Viele dieser Tests sind Versionen oder Varianten des Ishihara-Screening-Tests.

Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass diese Online-Versionen je nach Farbgenauigkeit Ihres Bildschirms gegebenenfalls ungenauere Ergebnisse liefern können.

Die genauesten Farbsehtests können Sie bei Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt durchführen lassen.

Wer sollte einen Test auf Farbenblindheit durchführen lassen?

Jeder sollte mindestens einmal im Leben einen Test auf Farbenblindheit durchführen lassen, insbesondere wenn es beruflich wichtig ist. 

Eine hervorragende Farbwahrnehmung ist für bestimmte Berufe in Technik und Fertigung unerlässlich. Noch wichtiger ist die Farbwahrnehmung für Menschen, die eine Karriere in einem Bereich verfolgen möchten, der perfektes Farbsehvermögen erfordert. Beispiele hierfür sind:

  • Werbegrafiker

  • Marketing-Mitarbeiter

  • Designer

  • Elektriker

Zwar lässt sich Farbenblindheit nicht heilen, jedoch können die Betroffenen natürlich ein erfülltes und bereicherndes Leben führen. Besonders getönte Brillengläser können manchen Menschen bei Farbenblindheit dabei helfen, Farben genauer wahrzunehmen.

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