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Makulopathie: Formen, Ursachen, Symptome und Behandlung

Seite an Seite Bergansicht des normalen Sehvermögens vs. Sehvermögen mit Makulopathie

Was ist Makulopathie?

Makulopathie ist eine Beschädigung der Makula. Die Makula ist dafür verantwortlich, dass Sie zentral scharf sehen können. Sie befindet sich im zentralen Teil der Netzhaut, dem lichtempfindlichsten Gewebe des Auges. Eine Verletzung der Makula führt zu verschwommenem zentralen Sehen. Das kann auf eine Vielzahl von Erkrankungen zurückzuführen sein. 

Was sind die Symptome einer Makulopathie?

Die Makula ist für die feinen Details verantwortlich, die Ihr zentrales Sehen liefert. Hier befinden sich Photorezeptor-Zellen, sogenannte Stäbchen und Zapfen in hoher Konzentration. Die Photorezeptor-Zellen wandeln Licht in elektrische Signale um, die an das Gehirn gesendet und dort als Bilder verarbeitet werden. Eine Beschädigung dieser Zellen kann zu einem schwerwiegenden Verlust des zentralen Sehens führen. 

Das Sehen von feinen Details ist für viele alltägliche Aufgaben wie Kochen, Lesen, Fernsehen oder beim Autofahren unerlässlich. Weil die Makula für das zentrale Sehen zuständig ist, ist das periphere Sehen bei Makulopathie meist nicht betroffen. 

Zu den Symptomen einer Makulopathie gehören:

  • Verringerte Sehschärfe

  • Sehstörungen

  • Schlechtes Farbsehen

  • Blinder Fleck im zentralen Sichtfeld

  • Lichtempfindlichkeit

  • Sehprobleme bei wenig Licht

Was verursacht Makulopathie?

Die Makula kann durch eine Reihe von Augenerkrankungen geschädigt werden. Zu den häufigsten Ursachen gehören die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD, Age Related Macular Degeneration) und die Diabetische Retinopathie (DR).

Altersbedingte Makuladegeneration

Bei der Altersbedingten Makuladegeneration wird die Makula durch den Alterungsprozess geschädigt. Sie kann zusammen mit wuchernden und undichten abnormalen Blutgefäßen auftreten – dann wird sie feuchte AMD genannt. Und sie kann ohne undichte Blutgefäße auftreten, dann nennt man sie trockene AMD. Bei etwa 80 % der Fälle von AMD handelt es sich um die trockene Variante. Trockene AMD entsteht, wenn die Makula dünn wird und sich Eiweißablagerungen namens Drusen bilden. Dies führt zu einem allmählichen Verlust des zentralen Sehens. 

Diabetische Retinopathie

Diabetes führt dazu, dass zu viel Zucker in den Blutgefäßen des Körpers zirkuliert. Infolgedessen werden die Blutgefäße des Körpers schwächer und undicht. Diabetische Retinopathie kann undichte Blutgefäße in der Netzhaut verursachen. 

Makulaödem

Undichte Blutgefäße in der Netzhaut sind eine häufige Ursache für Beschädigungen der Makula. Sie sind oft auf Erkrankungen wie Altersbedingte Makuladegeneration und Diabetische Retinopathie zurückzuführen und können ein sogenanntes Makulaödem verursachen. Das Makulaödem tritt auf, wenn die Makula aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen anschwillt und dick wird. Dies führt zu verzerrtem und verschwommenem zentralen Sehen. Zudem kann sich das Farbsehen verschlechtern. 

Weitere Ursachen für ein Makulaödem sind:

  • Komplikationen nach einer Augenoperation

  • Blockierte Blutgefäße der Netzhaut

  • Entzündliche Erkrankungen, die zu Netzhautschäden führen

Welche Formen der Makulopathie gibt es?

Neben Altersbedingter Makuladegeneration und Diabetischer Retinopathie gibt es noch weitere spezifische Formen von Makulopathie, die Schäden an der Makula verursachen:

Myopische Makulopathie 

Myopische Makulopathie ist auch als myopische Makuladegeneration bekannt. Dabei handelt es sich um eine Beschädigung der Makula durch eine fortschreitende, abnormale Verlängerung des Augapfels. Diese führt zu einer degenerativen Veränderungen im Augenhintergrund. Sie tritt bei pathologischer Myopie oder degenerativer Myopie auf und ist weltweit eine der Hauptursachen für Sichtbehinderungen.

Die Verlängerung des Augapfels führt zu einer Dehnung von Netzhaut und Augapfelhintergrund. In der Folge kommt es zu einer Ausdünnung und degenerativen Veränderung der Netzhaut, Aderhaut und der Sklera. Die Hauptfaktoren für pathologische Myopie im Überblick:

  • Verlängerung des Augapfels: Vergrößerung der axialen Länge des Augapfels (Abstand vom Augenvordergrund zu Augenhintergrund).

  • Posteriores Staphylom: eine Ausstülpung der Wand im Augapfelhintergrund und einer der Hauptfaktoren für myopische Makulopathie.

Diese Veränderungen können zu einer dauerhaften Sehbehinderung bis hin zu Blindheit führen. Eine im British Journal of Ophthalmology veröffentlichte Studie aus dem Jahr 2021 legt nahe, dass bei Erwachsenen mit starker Myopie und myopischer Makuladegeneration zusätzlich zum Verlust des zentralen Sehens auch Gesichtsfeldverluste auftreten können. 

Schießscheibenmakulopathie 

Als Schießscheibenmakulopathie beschreiben Ärzte das Erscheinungsbild der Makula, wenn diese von kreisförmigen Bändern aus blassen, beschädigten Bereichen umgeben ist. Das Erscheinungsbild der Schießscheibe kann auf viele verschiedene Erkrankungen zurückzuführen sein:

  • Medikamentenbedingte Makulopathie – durch die langfristige Einnahme von Medikamenten wie Chloroquin oder Hydroxychloroquin (Plaquenil) zur Behandlung von rheumatoider Arthritis oder Lupus.

  • Juvenile Makuladegeneration (Morbus Stargardt) – eine seltene genetische Erkrankung, die zu einem allmählichen Sehverlust in beiden Augen führt und in der Regel in der Kindheit beginnt.

  • Zapfen-Dystrophien – seltene Augenerkrankungen, welche die Photorezeptor-Zellen des Zapfens beschädigen. Zu den Symptomen gehören eine verminderte Sehschärfe, schlechtes Farbsehen und Lichtempfindlichkeit.

  • Gutartige, konzentrische, ringförmige Makuladystrophie (BCAMD, Benign Concentric Annular Macular Dystrophy) – eine seltene Dystrophie, die Sehverluste von schwach bis schwerwiegend verursachen kann. 

  • Spielmeyer-Vogt-Krankheit – eine sehr seltene genetische Erkrankung, die zu einer metabolischen Störung führt. Sie kann Sehverluste, Krampfanfälle, kognitive und Bewegungsprobleme verursachen. Erkrankte haben nur eine kurze Lebenserwartung. 

Pigmentäre Makulopathie

Für diese Form von Makulopathie ist die dauerhafte Einnahme des Arzneimittels Elmiron (Pentosanpolysulfat-Natrium) ursächlich. Dieses Medikament wird bei der Behandlung von interstitieller Zystitis eingesetzt, einem Syndrom, das zu Entzündungen und Schmerzen in der Blase führt. 

Dabei kann die Sehschärfe durch feine Ablagerungen von Pigmenten in der Makula beeinträchtigt werden. Patienten beschreiben Schwierigkeiten beim Lesen und Sehprobleme bei schwachem Licht. 

Zellophane Makulopathie 

Zellophane Makulopathie verursacht verzerrtes und verschwommenes zentrales Sehen. Sie resultiert aus einem abnormen Wachstum des zellophanartigen Gewebes bzw. der Membran über der Makula. Diese Erkrankung wird auch unter verschiedenen anderen Bezeichnungen beschrieben, darunter:

Makulapucker, auch bekannt als epiretinale Membran, ist ein dünnes, filmartiges Gewebe, das sich über der Makula bilden und verzerrtes, verschwommenes Sehen verursachen kann. [Bildnachweis: Makulakräuselung. Genehmigung erteilt durch  © 2022 American Academy of Ophthalmology]

  • Makulapucker

  • Epiretinale Membrane

  • Oberflächenfaltende Retinopathie

Das Wachstum des dünnen Gewebes über der Makula kann folgende Ursachen haben:

Da Veränderungen des Sehen meist schwach sind und nur ein Auge betreffen, ist eine Behandlung womöglich nicht erforderlich. Wenn das Sehen jedoch schwerwiegend betroffen ist, kann eine chirurgischer Eingriff zielführend sein – die Vitrektomie mit Membran-Peeling. Dieses Verfahren entfernt das Glaskörpergel des Auges und schält das zellophanartige Gewebe über der Makula ab. Die ambulante Operation ist in der Regel recht erfolgreich und verbessert das Sehen.

Makulopathie solaris 

Beschädigung der Makula durch den Blick in die Sonne oder nach dem Betrachten einer Sonnenfinsternis kann zu einer verringerten Sehschärfe oder einem zentralen blinden Fleck führen. Meist ist das Sehen nur drei bis sechs Monate betroffen, es kann jedoch auch zu einem dauerhaften Sehverlust kommen. Makulopathie solaris ist auch bekannt als:

  • Rethinopathia solaris

  • Retinitis solaris 

  • Sonnenfinsternis-Retinopathie

  • Photische Retinopathie

  • Foveomakulare Retinitis

Bei Makulopathie solaris wird die Makula durch Hitze und chemische Reaktionen aufgrund des zu langen in die Sonne schauens geschädigt. Ärzte können die Schädigung mit einem Verfahren namens optische Kohärenztomographie (OCT, Optical Coherence Tomography) diagnostizieren. Mit OCT können sie die Schichten der Netzhaut sehen, die durch das Sonnenlicht beschädigt wurden. 

Kinder und andere junge Menschen haben ein höheres Risiko einer Schädigung der Makula durch Sonnenlicht. Ihre Augenlinsen haben die Fähigkeit, UVB-Licht zu blockieren, noch nicht vollständig entwickelt. Dieser Schutz wächst mit dem Alter. Bestimmte Medikamente wie Tetracyclin können das Risiko einer Schädigung der Makula durch intensive Sonnenstrahlung ebenfalls erhöhen. Wenn sich das Sehen nicht innerhalb von sechs Monaten verbessert hat, sind die Aussichten auf eine Heilung eher schlecht.

Wie wird Makulopathie behandelt?

Die Makula kann durch eine Reihe von Augenerkrankungen und -beschwerden beschädigt werden. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Behandlungs-Optionen. Im Allgemeinen konzentrieren man sich auf die Verringerung der Neovaskularisierung, also des Wachstums neuer undichter Blutgefäße. So kann ein irreversibler Sehverlust als häufige Komplikation der retinalen Neovaskularisation verhindert werden.

Anti-VEGF-Therapie

Die Anti-VEGF-Therapie hat sich bei der Behandlung der Makulopathie als wirksam erwiesen. Dabei werden dem Auge Medikamente injiziert, die das Wachstum abnormaler Blutgefäße verringern. Zu diesen Medikamenten gehören intravitreales Bevacizumab (Avastin) und Ranibizumab (Lucentis).

Photodynamische Therapie

Eine weitere wirksame Behandlung ist die photodynamische Therapie. Dabei handelt es sich um ein ambulantes Verfahren, bei dem undichte abnormale Blutgefäße per Laser und einem Medikament (Verteporfin) verschlossen werden. 

Vitrektomie

Wenn schließlich eine Traktion an der Makula festgestellt wird, kann eine Vitrektomie durchgeführt werden. Dabei handelt es sich um ein chirurgisches Verfahren, bei dem der Glaskörper (die gelartige Substanz, die die Mitte des Auges ausfüllt) entfernt und durch eine Kochsalzlösung ersetzt wird. 

Diese Operation wird durchgeführt, um sehkraftbedrohenden Komplikationen, die durch das Zerren des Glaskörpers an der Makula entstehen können vorzubeugen.

Wie kann ich mein Risiko für Makulopathie verringern?

Risikofaktoren wie Alter, Rauchen oder Fettleibigkeit können Erkrankungen, die Makulopathie verursachen begünstigen. Um diese Risiken zu senken wird folgendes empfohlen:

https://cdn.allaboutvision.com/images/amsler-grid.pdf

Amsler-Gitter

  1. Nicht rauchen – Raucher haben ein doppelt so hohes Risiko, an Altersbedingter Makuladegeneration zu erkranken. 

  2. Ernähren Sie sich gesund und nährstoffreich – essen Sie viel grünes Blattgemüse, Obst und fettarme Lebensmittel.

  3. Sport – bewegen Sie sich 30 bis 60 Minuten pro Tag, insgesamt mindestens 150 Minuten (2,5 Stunden) pro Woche.

  4. Achten Sie auf Ihr Gewicht – Fettleibigkeit erhöht das Risiko von Augen- und Herzerkrankungen erheblich.

  5. Tragen Sie eine Sonnenbrille – vergewissern Sie sich, dass Ihre Sonnenbrille Ihnen mindestens 99 % UV-Schutz bietet.

Einigen Studien zufolge können Menschen mit bestimmten Arten von Makulaerkrankungen wie der trockenen Altersbedingten Makuladegeneration von Nahrungsergänzungsmitteln profitieren. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, um Empfehlungen zur Einnahme von Augenvitaminen für Ihre spezielle Erkrankung zu erhalten. Wenn Ihnen außerdem eine Amsler-Tafel gegeben wurde, um Ihre Sehkraft zu überwachen, prüfen Sie Letztere täglich. 

Und denken Sie daran: Routinemäßige, umfassende Augenuntersuchungen sind der erste Schritt zum Erhalt gesunder Augen und Ihrer Sehkraft. 

Was ist Makuladegeneration? American Academy of Ophthalmology. Februar 2022.

Arzneimittelbedingte Makulopathie. American Academy of Ophthalmology: EyeWiki. September 2021.

Altersbedingte Makuladegeneration. National Eye Institute. Juni 2021.

Diabetische Retinopathie. National Eye Institute. Juli 2021.

Makulaödem. National Eye Institute. Juli 2019.

IMI pathologische Myopie. Investigative Ophthalmology and Visual Science. Mai 2021.

Staphylom. American Academy of Ophthalmology. EyeWiki. November 2019.

Globale Epidemiologie der Myopie. Updates über Myopie. Oktober 2019.

Gesichtsfelddefekte und myopische Makuladegeneration in Erwachsenen mit hoher Myopie in Singapur. British Journal of Ophthalmology. April 2021.

Schießscheibenmakulopathie. Macular Society. Zugriff im März 2022.

Schießscheibenmakulopathie. Scottish Sensory Centre, The University of Edinburgh. Zugriff im März 2022.

Schießscheibenmakulopathie aufgrund von Hydroxychloroquin-Toxizität. University of Iowa Health Care Ophthalmology and Visual Sciences. Juni 2015.

Morbus Stargardt. National Eye Institute. September 2021.

Zapfen-Stäbchen-Dystrophie. National Organization for Rare Disorders. Zugriff im März 2022.

Spielmeyer-Vogt-Krankheit Merkblatt. National Institute of Neurological Disorders and Stroke. November 2021.

Pigmentäre Makulopathie in Verbindung mit chronischer Exposition gegenüber Pentosanpolysulfat-Natrium. Ophthalmology. Mai 2018.

Makulapucker. National Eye Institute. Januar 2022.

Epiretinale Membrane. The American Society of Retina Specialists. Zugriff im März 2022.

Die Schichten abziehen. Review of Optometry. August 2018.

Rethinopathia solaris. American Academy of Ophthalmology. EyeWiki. April 2021.

Sonnenmakulopatie: Prognose nach einjähriger Nachsorge. BMC Ophthalmology. September 2019.

Fortschritte bei der Diagnose und Behandlung der pathologischen Myopie. Retina Today. August 2011.

Diagnose und Behandlung der myopischen Makulopathie. Retina Today. April 2014.

Photodynamische Therapie (PDT). American Academy of Ophthalmology. EyeWiki. April 2020.

Was ist eine vitreomakuläre Traktion? American Academy of Ophthalmology. Februar 2022.

Prävention von Herzerkrankungen: Strategien zur Gesunderhaltung Ihres Herzens. Mayo-Klinik. Januar 2022.

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