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Bildschirmzeit für Kids: So wirkt sie sich auf die Entwicklung des Kindes aus

Kinder und Technik sind heutzutage praktisch untrennbar miteinander verbunden. Ob zu Bildungszwecken oder nur zum Spaß, Kinder verbringen einen guten Teil ihres Tages "vor dem Bildschirm". Sie starren auf die LED-Monitore von Computern, Tablets, Smartphones und anderen digitalen Geräten.

Laut Common Sense Media verbringen Kinder unter 8 Jahren mittlerweile mehr als zwei Stunden pro Tag vor Bildschirmen. Bei 8- bis 10-Jährigen verdreifacht sich die Zeit vor dem Bildschirm auf sechs Stunden pro Tag. Und es ist nicht ungewöhnlich, dass Schulkinder bis zu neun Stunden am Tag vor digitalen Displays verbringen.

Wenn Sie sich fragen, ob all diese Zeit vor dem Bildschirm den Augen und der Sehkraft Ihres Kindes Probleme bereiten kann, lautet die kurze Antwort: "Ja, das kann sie."

Mit zu viel Bildschirmzeit verbundene Risiken

Kinder, die viele Stunden auf digitale Geräte starren, sind gefährdet, folgende Sehstörungen zu entwickeln:

Computer-Vision-Syndrom

Das Computer-Vision-Syndrom  – auch digitale Belastung der Augen genannt – umfasst Beschwerden, die durch visuellen Stress aufgrund längeren Schauens auf einen Bildschirm verursacht werden.

Das Computer-Vision-Syndrom geht mit einer Reihe von Symptomen einher. Dazu gehören schwankende Sehschärfe, müde Augen, trockenen Augen, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Andere nicht-visuelle Symptome des Computer-Vision-Syndroms sind Nacken-, Rücken- und Schulterschmerzen.

Ungesunde Körperhaltung

Wenn Ihr Kind längere Zeit vor einem Bildschirm oder einem digitalen Gerät sitzt, wird es sich wahrscheinlich nach vorn beugen, den Rücken und die Schultern rund machen, den Kopf nach hinten neigen und das Kinn nach vorne strecken. Diese unnatürliche (und ungesunde) Körperhaltung, die sogenannte "Schildkrötenhaltung" (Turtling), führt zu vielen der nicht-visuellen Symptomen des Computer-Vision-Syndroms.

Kurzsichtigkeit

Forscher glauben, dass die stetige Verlängerung der Bildschirmzeit für Kinder ein signifikanter Risikofaktor für die Entwicklung und das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit (Myopie) ist. Die Verbreitung (Prävalenz) der Kurzsichtigkeit hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen. Dieser Trend fällt mit der wachsenden Nutzung von Bildschirmen und digitalen Geräten durch Kinder zusammen.

Mehr Belastung durch Blaulicht

Hochenergetisches sichtbares Licht, das sogenannte Blaulicht wird durch LED-Bildschirme von Computern, Tablets, Smartphones und anderen digitalen Geräten ausgestrahlt. Obwohl die wichtigste Quelle für Blaulicht das natürliche Sonnenlicht ist, sind viele Forscher und Augenärzte besorgt, dass die zusätzliche Belastung durch Bildschirme und digitale Geräte das Risiko für altersbedingte Augenkrankheiten im späteren Leben erhöht. Dazu gehören Makuladegeneration und weitere Augenerkrankungen.

Was tun?

Es ist unrealistisch zu glauben, dass Kinder aufhören werden, moderne Technologien zu nutzen. Es gibt jedoch einige einfache Dinge, die Sie tun können, um das Risiko von Augen- und Sehstörungen durch eine längere Nutzung von digitalen Geräten bei Ihrem Kind zu verringern:

Fördern Sie häufige Bildschirmpausen

Besonders effektiv ist die Befolgung der "20-20-20"-Regel: Sagen Sie Ihrem Kind, dass es alle 20 Minuten seinen Blick vom Bildschirm nehmen und mindestens 20 Sekunden lang auf etwas schauen soll, das mindestens 20 Fuß (6 Meter) entfernt ist.

Diese einfache Aufgabe entspannt die Muskeln, die die Augen fokussieren und ausrichten. Das Risiko, aufgrund digitaler Augenbelastung Symptome zu entwickeln wird gesenkt.

Die 20-20-20-Regel könnte auch das Fortschreiten von Kurzsichtigkeit verzögern. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass Fokussierungsmüdigkeit mit dem Auftreten und der Verschlechterung von Kurzsichtigkeit in Verbindung gebracht werden kann. Häufiges Unterbrechen des Starrens auf digitale Bildschirme hilft, diese Müdigkeit zu reduzieren.

Fördern Sie häufige Körperhaltungskorrekturen

Die Zeit, in der Ihr Kind die 20-20-20-Regel befolgt eignet sich auch hervorragend zum gerade Hinsetzen und eine neue Ausrichtung von Kopf, Nacken und Schultern. Langsames Bewegen des Kopfes nach rechts und links sowie nach oben und unten kann verspannte Muskeln entlasten und Müdigkeit verringern.

Nach Möglichkeit sollte Ihr Kind zudem aufstehen, gehen und den ganzen Körper dehnen. So wird das Risiko, nicht-visuelle Symptome des Computer-Vision-Syndroms zu entwickeln reduziert. [Lesen Sie mehr über Tipps zur Computer-Ergonomie.]

Schützen die Augen Ihres Kindes vor Blaulicht

Derzeit weiß niemand mit Sicherheit, wie schädlich die zusätzliche Belastung mit dem von Computerbildschirmen und digitalen Geräten ausgestrahlten Blaulicht langfristig für die Augen eines Kindes sein kann. Es kann Jahrzehnte dauern, bis die Forscher hierzu etwas herausfinden.

In der Zwischenzeit ist es ratsam, die Augen Ihres Kindes sowohl vor dem Blaulicht des Sonnenlichts als auch vor der Abstrahlung digitaler Geräte zu schützen.

Im Freien bieten polarisierende Sonnenbrillen den besten Schutz vor Blendung und Blaulicht. Sie blockieren etwa 90 Prozent des schädlichen blauen Sonnenlichts oder sogar mehr.

Drinnen und im Freien sind photochrome (selbsttönende) Brillengläser wie etwa Transitions Gläser von Essilor eine ausgezeichnete Wahl.

Auch Brillengläser mit einem integrierten Blaulichtfilter eignen sich sehr gut für draußen und drinnen.

Außerdem kann eine bestimmte entspiegelnde Beschichtung Brillengläsern beim Herausfiltern von Blaulicht helfen.

Fördern Sie medienfreie Zeiten

Es ist eine hervorragende Idee, jeden Tag medienfreie Zeiten einzurichten. Damit lösen Sie die Fixierung Ihres Kindes auf digitale Geräte und helfen ihm dabei, die Müdigkeit der Augen zu reduzieren und die Belastung durch Blaulicht zu begrenzen. Nutzen Sie diese Zeit, um als Familie zusammenzukommen.

Vereinbaren Sie jährliche Augenuntersuchungen

Planen Sie für Ihr Kind eine umfassende Augenuntersuchung vor dem Beginn eines jeden Schuljahres ein. Damit stellen Sie sicher, dass die Augen Ihres Kindes gesund sind und es gut sehen kann. Ihr Augenarzt oder Optiker kann zudem noch spezielle Tests durchführen und individuelle Vorschläge zur Reduktion von Symptomen überlasteter Augen durch Computernutzung machen.

Kinder und Technik sind die Zukunft Diese einfachen Maßnahmen können viel dazu beitragen, dass Ihr technikbegeistertes Kind auch in den kommenden Jahren klar und komfortabel sehen wird.

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