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Amblyopie (Schwachsichtigkeit): Symptome, Ursachen und Behandlung

Mädchen mit Amblyopie (Schwachsichtigkeit)

Schwachsichtigkeit ist eine Sehentwicklungsstörung, bei der ein Auge selbst mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen keine normale Sehschärfe erreicht.

Schwachsichtigkeit, auch träges Auge genannt, beginnt im Säuglingsalter und in der frühen Kindheit. In dem meisten Fällen ist nur ein Auge betroffen. In einigen Fällen kann eine reduzierte Sehschärfe in beiden Augen vorkommen.

Insbesondere wenn das träge Auge frühzeitig erkannt und umgehend behandelt wird, kann eine reduzierte Sehkraft vermieden werden. Unbehandelt kann ein träges Auge jedoch eine schwere Sehbehinderung verursachen.

Laut einer aktuellen Analyse von 73 Studien in englischer Sprache, beträgt die Schätzung der Prävalenz von Schwachsichtigkeit 1,75 Prozent der gesamten Weltbevölkerung.

Die Prävalenz der Schwachsichtigkeit variiert in verschiedenen Teilen der Welt, wobei die höchste Prävalenz mit 3,67 Prozent in europäischen Ländern zu verzeichnen ist.

Anzeichen und Symptome der Schwachsichtigkeit

Da die Schwachsichtigkeit meist ein Problem der kindlichen Sehentwicklung ist, können die Symptome der Erkrankung schwer zu erkennen sein.

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Das Tragen einer Augenklappe kann den Augen helfen, gleichwertig als Team zusammenzuarbeiten. Wenn sie bunt und lustig ist, macht das sogar Spaß.

Eine häufige Ursache für Schwachsichtigkeit ist Strabismus. Wenn Sie feststellen, dass Ihr Baby oder Kleinkind schielt oder eine andere offensichtliche Augenfehlstellung hat, suchen Sie sofort einen Augenarzt auf – am besten einen, der auf Kinder spezialisiert ist.

Wenn Ihr Kind weint oder zappelt, wenn Sie ein Auge zudecken, ist dies ein weiterer Hinweis darauf, dass es womöglich schwachsichtig ist.

Sie können einen einfachen Test zu Hause ausprobieren, indem Sie jeweils ein Auge Ihres Kindes abdecken und wieder freilegen, während es z. B. Fernsehen schaut.

Wird Ihr Kind visuell nicht angesprochen, wenn ein Auge bedeckt ist, sieht es jedoch Objekte, wenn das andere Auge bedeckt ist, kann dies auf Strabismus hindeuten. Das zuerst von Ihnen bedeckte Auge kann dann das „gute“ Auge, das danach bedeckte amblyopisch sein. Dies führt zu verschwommenem Sehen.

Ein einfacher Test ist jedoch kein Ersatz für eine umfassende Augenuntersuchung.

Lassen Sie die Augen Ihres Kindes wie empfohlen untersuchen, um sicherzustellen, dass es auf beiden Augen normal sieht und dass die Augen als Team richtig zusammen funktionieren.

Was verursacht Schwachsichtigkeit?

Es gibt drei Arten von Schwachsichtigkeit, die verschiedene Ursachen haben:

Strabistische Schwachsichtigkeit

Strabismus ist die häufigste Ursache für Schwachsichtigkeit. Um Doppeltsehen zu vermeiden, das durch schlecht ausgerichtete Augen verursacht wird, ignoriert das Gehirn den visuellen Input des schief ausgerichteten Auges. Das führt zur Schwachsichtigkeit in diesem Auge, dem sogenannten „trägen Auge“. Diese Art von Schwachsichtigkeit wird strabistische Schwachsichtigkeit genannt.

Refraktive Schwachsichtigkeit

Manchmal wird die Schwachsichtigkeit durch ungleiche refraktive Fehler in beiden Augen verursacht, trotz perfekter Augenausrichtung. So kann z. B. ein Auge eine signifikante unkorrigierte Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit aufweisen, während das andere Auge normal sieht.

Oder nur ein Auge weist eine signifikante Hornhautverkrümmung auf. In solchen Fällen verlässt sich das Gehirn auf das Auge, das weniger unkorrigierte refraktive Fehler hat, und „blendet“ das verschwommene Sehen des anderen Auges aus. Das führt zu einer Schwachsichtigkeit auf diesem Auge.

Diese Art der Schwachsichtigkeit wird refraktive Schwachsichtigkeit oder anisometropische Schwachsichtigkeit genannt.

Deprivations-Schwachsichtigkeit

Hierbei dringt nicht genug Licht in das träge Auge des Babys. Ursächlich dafür ist z. B. eine angeborene Katarakt. Eine rasche Behandlung ist notwendig, um eine normale Entwicklung der Sehkraft zu ermöglichen.

Behandlung von Schwachsichtigkeit

In einigen Fällen von refraktiver Schwachsichtigkeit kann normales Sehen einfach dadurch erreicht werden, dass die refraktiven Fehler in beiden Augen mit einer Brille oder Kontaktlinsen vollständig korrigiert werden. Meist ist jedoch zumindest eine Augenklappe für das „gute“ Auge erforderlich, um das Gehirn zu zwingen, auf den visuellen Input des amblyopen Auges zu achten und eine normale Sehentwicklung für dieses Auge zu ermöglichen.

Die Behandlung der strabistischen Schwachsichtigkeit umfasst häufig eine Strabismus-Operation zur Begradigung der Augen, gefolgt von einer Augenklappe und einer Sehtherapie. Dies hilft beiden Augen, gleichwertig als Team zusammenzuarbeiten.

Die Augenklappe kann mehrere Stunden pro Tag oder sogar den ganzen Tag lang erforderlich sein und dies kann sich über Wochen oder Monate hinziehen.

Wenn Sie große Schwierigkeiten damit haben, dass Ihr Kind die Augenklappe abnimmt, können Sie eine speziell entwickelte prothetische Kontaktlinse in Betracht ziehen, die verhindert, dass Licht in das gute Auge eindringt. Sie beeinträchtigt das Aussehen Ihres Kindes nicht.

Obwohl Prothesenlinsen teurer als eine einfache Augenklappe sind und eine Kontaktlinsenuntersuchung und -anpassung erfordern, können sie bei geringer Akzeptanz der Augenklappe in der Schwachsichtigkeits-Behandlung Wunder wirken.

Bei einigen Kindern wurden statt einer Augenklappe Atropin-Augentropfen zur Behandlung der Schwachsichtigkeit eingesetzt. Dazu wird jeden Tag ein Tropfen in das gute Auge Ihres Kindes gegeben, Ihr Augenarzt weist Sie ein. Atropin trübt die Sehkraft des guten Auges, was Ihr Kind dazu zwingt, das schwachsichtige Auge mehr zu benutzen, um es zu stärken.

Ein Vorteil der Verwendung von Atropin-Augentropfen besteht darin, dass Sie nicht ständig wachsam sein müssen, um sicherzustellen, dass Ihr Kind die Augenklappe trägt.

In einer großen Studie mit 419 Kindern unter 7 Jahren und einer Schwachsichtigkeit von 20/40 (6/12) bis 20/100 (6/30) erzielte die Atropintherapie vergleichbare Ergebnisse wie eine Augenklappe – obwohl die Verbesserung der Sehschärfe im amblyopen Auge in der Klappengruppe etwas größer war. Dies hat dazu geführt, dass einige bisher skeptische Augenärzte Atropin als erste Wahl für die Schwachsichtigkeits-Behandlung betrachten.

Atropin hat jedoch Nebenwirkungen: Lichtempfindlichkeit, weil das Auge ständig geweitet ist, Rötungen und eine mögliche Lähmung des Ziliarmuskels nach längerem Atropingebrauch. Das kann die Akkommodationsfähigkeit des Auges oder die Fähigkeit zur Fokusveränderung beeinträchtigen.

Hilfe für ältere Kinder und Erwachsene mit trägen Augen

Jahrelang glaubten Experten, dass eine Schwachsichtigkeit-Behandlung, wenn sie nicht sehr früh im Leben eingeleitet wird, keine Verbesserung der Sehschärfe ermöglicht. Als kritischer Zeitraum für eine Intervention wurde ein Alter von etwa 8 Jahren angegeben.

Aber es scheint nun, dass ältere Kinder und sogar Erwachsene mit langjährigem trägen Auge von einer Schwachsichtigkeits-Behandlung profitieren können. Hier kommen Computerprogramme zum Einsatz, die neurale Veränderungen stimulieren und zu einer Verbesserung der Sehschärfe und Kontrastempfindlichkeit führen.

Solche Computerprogramme werden auch von Optikern verwendet, die sich auf die Sehkraft und Sehtherapie von Kindern spezialisiert haben.

Früherkennung und Behandlung sind wichtig

Obwohl moderne Schwachsichtigkeits-Behandlungen die Sehkraft älterer Kinder und Erwachsener verbessern könnten, sind sich die meisten Experten einig: Die Früherkennung und Behandlung des trägen Auges ist für eine normale visuelle Entwicklung und die besten visuellen Ergebnisse einer solchen späteren Behandlung vorzuziehen ist.

Die Schwachsichtigkeit verschwindet nicht von selbst und ein unbehandeltes träges Auge kann zu dauerhaften Sehproblemen führen. Wenn das stärkere Auge Ihres Kindes später im Leben womöglich erkrankt oder verletzt wird, ist es auf die schlechte Sicht des amblyopen Auges angewiesen. Deshalb ist es am besten, die Schwachsichtigkeit frühzeitig zu behandeln.

Unkorrigierte refraktive Fehler und Schwachsichtigkeit kann bei Kleinkindern zu einem auffälligen Verhalten führen, das irrtümlich auf Entwicklungs- oder andere Störungen hinzudeuten scheint.

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