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Sklerale Kontaktlinsen: Wie sie Ihnen helfen können

Wenn Ihnen schon einmal gesagt wurde, dass Sie wegen einer unregelmäßigen Hornhaut oder anderer Probleme keine Kontaktlinsen tragen können, sollten Sie vielleicht eine zweite Meinung einholen und Ihren Augenarzt nach skleralen Kontaktlinsen fragen.

Was sind Sklerallinsen?

Sklerale Kontaktlinsen sind sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen mit großem Durchmesser, die speziell konzipiert wurden, dass sie sich über die gesamte Hornhautoberfläche wölben und auf dem "Weißen" des Auges (Sklera) aufliegen. Dabei ersetzen Sklerallinsen funktionell die unregelmäßige Hornhaut durch eine perfekt glatte, optische Oberfläche und korrigieren damit Sehstörungen, die durch Keratokonus und andere Unregelmäßigkeiten der Hornhaut verursacht werden.

Außerdem fungiert der Raum zwischen der Hornhaut und der hinteren Oberfläche einer Sklerallinse als Flüssigkeitsreservoir, um Menschen mit stark trockenen Augen, die das Tragen von Kontaktlinsen ansonsten nicht vertragen würden, Komfort zu bieten.

Arten von skleralen Kontaktlinsen

Sklerale Kontaktlinsen sind deutlich größer als normale sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen. Sie haben einen Durchmesser, der gleich groß oder größer ist als der von weichen Kontaktlinsen.

Die kleinsten skleralen Kontaktlinsen haben einen Durchmesser von ca. 14,5 mm, die größten können bis zu 24 mm groß sein.

Sklerale und semisklerale GP-Linsen mit großem Durchmesser liegen auf der Sklera auf und wölben sich über die deformierte Hornhaut einer Person mit Keratokonus, um eine bessere Sicht zu ermöglichen.

Üblicherweise werden Linsen mit einem Durchmesser von weniger als 19 mm als Mini-Sklerallinsen kategorisiert.

Die durchschnittliche menschliche Hornhaut hat einen Durchmesser von ca. 11,8 mm, daher sind auch die kleinsten Sklerallinsen so konzipiert, dass sie die gesamte Hornhautoberfläche abdecken.

Im Vergleich dazu haben herkömmliche sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen meist einen Durchmesser von 9,0 bis 9,5 mm und bedecken nur 75 bis 80 % der Hornhaut.

Eine weitere Gruppe sauerstoffdurchlässiger Kontaktlinsen schließt die Größenlücke zwischen herkömmlichen sauerstoffdurchlässigen Linsen und Mini-Sklerallinsen. Diese Kontaktlinsen, die als Corneo-Skleral-Linsen bezeichnet werden, haben in der Regel einen Durchmesser von etwa 13 bis 15 mm.

Corneo-Skleral-Linsen sind oft eine gute Wahl für Menschen, die größere sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen für mehr Komfort benötigen. Sie werden auch häufig verwendet, wenn Kontaktlinsen nach LASIK oder einer anderen refraktiven Hornhautoperation zur Korrektur eines unregelmäßigen Astigmatismus benötigt werden.

Die Größe der Sklerallinsen, die für Sie am besten geeignet ist, wird oft durch den Grad der Komplexität Ihrer Augenbeschwerden bestimmt. Für leichtere Formen des Keratokonus sowie irregulärer Astigmatismus nach Hornhauttransplantationen und refraktiver Operation eignen sich oft Sklerallinsen am kleineren Ende des Spektrums.

Kleinere sklerale und mini-sklerale Kontaktlinsen können einfacher einzusetzen sein, sind möglicherweise kostengünstiger und benötigen weniger Pflegemittel.

Bei komplexeren Erkrankungen wie fortgeschrittenem Keratokonus, pathologisch trockenen Augen oder schweren Erkrankungen der Augenoberfläche, die ein großes Tränenreservoir benötigen, werden oftmals größere Sklerallinsen angepasst. Sie haben eine größere Kapazität, um Flüssigkeit zu halten oder große Veränderungen der Hornhautkrümmung zu überbrücken.

Während Ihrer Kontaktlinsenuntersuchung und -anpassung wird der Augenarzt oder Optiker den besten Sklerallinsentyp und die beste Größe für Ihre individuellen Bedürfnisse bestimmen.

Sklerale Kontaktlinsen für Keratokonus

Viele Augenärzte und Optiker empfehlen sklerale Kontaktlinsen für Augen, bei denen sich Linsen schwer anpassen lassen, einschließlich Augen mit Keratokonus.

Bei Keratokonus im Anfangsstadium können normale sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen verwendet werden. Wenn diese Kontaktlinsen jedoch nicht richtig auf Ihren Augen zentriert sind, sich beim Blinzeln zu stark bewegen oder Unbehagen verursachen, kann ein Wechsel zu größeren skleralen Kontaktlinsen das Problem beheben.

Da Sklerallinsen die Hornhautoberfläche überdecken und auf der weniger empfindlichen Lederhaut (Sklera) aufliegen, sind diese Linsen für Menschen mit Keratokonus oft bequemer.

Außerdem bewegen sich Sklerallinsen beim Blinzeln nur wenig oder gar nicht. Dadurch liegen sie stabiler auf dem Auge als herkömmliche, korneale sauerstoffdurchlässige Kontaktlinsen.

Sklerale Kontaktlinsen für andere Augenprobleme

Neben dem Keratokonus können sklerale Kontaktlinsen auch für Augen verwendet werden, bei denen eine Hornhauttransplantation durchgeführt wurde, und bei sehr trockenen Augen, die durch Erkrankungen wie Sjögren-Syndrom, Graft-versus-Host-Disease (GVHD) und Stevens-Johnson-Syndrom verursacht werden.

Fortschritte in der Designtechnologie von Kontaktlinsen ermöglichen es den Herstellern, Sklerallinsen zu entwerfen, die mehr Erkrankungen als je zuvor korrigieren können, einschließlich bifokaler skleraler Kontaktlinsen für die Korrektur von Presbyopie.

Sklerale Effekt-Kontaktlinsen

Manchmal werden die Begriffe sklerale Kontaktlinsen oder Sklerallinsen verwendet, um Effekt-Kontaktlinsen zu beschreiben, die das Aussehen der Augen des Trägers dramatisch verändern.

Die meisten Effekt-Kontaktlinsen sind jedoch weiche Kontaktlinsen, die nur wenig Ähnlichkeit mit skleralen sauerstoffdurchlässigen Kontaktlinsen haben – abgesehen von ihrem großen Durchmesser, um die Hornhaut vollständig zu überdecken. Darüber hinaus sind weiche Effekt-Kontaktlinsen in der Regel nur für kosmetische Zwecke und nicht zur Sehkorrektur gedacht.

Kosten für sklerale Kontaktlinsen

Sklerale Kontaktlinsen werden für jeden Träger individuell angefertigt, sodass die Anpassung von Sklerallinsen mehr Fachwissen und mehr Zeit erfordert als die Anpassung normaler weicher oder harter sauerstoffdurchlässiger Kontaktlinsen.

Zur Erleichterung der Linsenanpassung werden oft computergestützte Abbildungen der Krümmung der gesamten Hornhaut erstellt, und während der Anpassung können mehrere Probelinsen mit unterschiedlichen Größen und Krümmungen auf das Auge aufgesetzt werden.

Abhängig von der Komplexität des Augenproblems und davon, wie das Auge die Sklerallinse verträgt, können auch Anpassungen der Linsenparameter erforderlich sein, was die Anfertigung weiterer Kontaktlinsen und den Austausch erforderlich macht. Der gesamte Prozess der Sklerallinsenanpassung kann mehrere Besuche erfordern, um für jedes Auge die optimale Linse zu finden.

Auch wenn viele Menschen, die Sklerallinsen verwenden, bislang weiche oder korneale sauerstoffdurchlässige Linsen getragen haben, kann das Einsetzen und Entfernen von Skerallinsen einige Übung erfordern. Die Anpassung erfordert einen zeitlichen Mehraufwand, verursacht durch die Größe der Linsen und dem Flüssigkeitsreservoir unter den Linsen.

Aus diesen und anderen Gründen kosten sklerale Kontaktlinsen in der Regel erheblich mehr als Standard-Kontaktlinsen. Fragen Sie Ihren Augenarzt oder Optiker nach weiteren Einzelheiten.

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