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Katarakt-Operation mit dem Laser

Die Katarakt-Operation mit dem Laser – auch Refraktive Laser-gestützte Katarakt-Operation (ReLACS) genannt – ist eine fortschrittliche Form der Katarakt-Chirurgie. Mit der Femtosekundenlaser-Technologie wird bei Arbeitschritten, die bislang mit der Hand und chirurgischen Instrumenten durchgeführt wurden, ein neues Maß an Präzision erreicht.

Zu diesen Arbeitsschritten gehören:

  1. Der Hornhauteinschnitt,

  2. die anteriore Kapsulotomie und die

  3. Linsen- und Kataraktfragmentierung.

Die zusätzliche Präzision, Genauigkeit und Reproduzierbarkeit jeder dieser Schritte kann, wenn sie mit einem Laser durchgeführt wird, potenziell bestimmte Risiken senken und die visuellen Ergebnisse der Katarakt-Operation verbessern.

Der Hornhauteinschnitt

Der erste Abeitsschritt bei Katarakt-Operation ist ein Einschnitt (Inzision) in die Hornhaut.

Bei der herkömmlichen Katarakt-Operation verwendet der Chirurg ein Instrument mit einer Metall- oder Diamantklinge, um einen Einschnitt dort vorzunehmen, wo die Hornhaut auf die Sklera trifft. Dieser Einschnitt ermöglicht dem Chirurgen den Zugang ins Innere des Auges. So kann er die Katarakt, die die natürliche Linse des Auges trübt aufbrechen und entfernen. Die Linse liegt hinter der Pupille.

Als nächstes wird eine Intraokularlinse (IOL) implantiert. Sie ersetzt die trübe natürliche Linse. Der Einschnitt in die Hornhaut wird so durchgeführt, dass er sich nach der Operation selbst verschließt. Es sind keine Nähte erforderlich.

Für den Hornauteinschnitt bei einer Katarakt-Laseroperation erstellt der Chirurg einen präzisen Operationsplan mit einem qualitativ hochwertigen 3D-Bild des Auges, der sogenannten OCT(Optischen Kohärenztomografie).

Ziel ist es, einen Einschnitt mit einer festgelegten Lage, Tiefe und Länge in allen Ebenen zu erzeugen. Mit dem OCT-Bild und einem Femtosekundenlaser kann dies selbst ohne entsprechende Erfahrung des Chirurgen exakt durchgeführt werden.

Das ist nicht nur für die Genauigkeit wichtig, sondern erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Einschnitt am Ende selbstverschließend ist. Damit wird das Risiko einer Infektion verringert.

Die Kapsulotomie

Die natürliche Linse des Auges ist von einer sehr dünnen, klaren Kapsel umgeben. Bei Katarakt-Operationen wird der vordere Teil der Kapsel in einem Schritt entfernt. Diese nennt man anteriore Kapsulotomie. Sie ermöglicht dem Chirurgen einen direkten Zugang zur getrübten Linse (Katarakt).

Es ist sehr wichtig, dass der intakte Rest der Linsenkapsel während der Katarakt-Operation nicht beschädigt wird, weil er das Kunstlinsenimplantat für den Rest des Lebens an seinem Platz halten muss.

Bei einer herkömmlichen Katarakt-Operation erzeugt der Chirurg mit einer kleinen Nadel eine Öffnung in der Kapsel und verwendet dann genau diese Nadel oder eine Pinzette, um die Kapsel kreisförmig einzureißen.

Bei Katarakt-Operationen mit dem Laser wird die anteriore Kapsulotomie mit einem Femtosekundenlaser durchgeführt, wie er auch bei LASIK-Operationen zur Sehkorrektur zum Einsatz kommt. Studien haben gezeigt, dass Kapsulotomien, die mit einem Laser durchgeführt werden, eine höhere Genauigkeit und Reproduzierbarkeit aufweisen.

Zudem konnte gezeigt werden, dass Kapsulotomien mit einem Laser eine bessere Zentrierung der Intraokularlinse ermöglichen. Die Positionierung der IOL ist ein wesentlicher Faktor bei der Bestimmung der endgültigen visuellen Ergebnisse.

Linsen- und Kataraktfragmentierung

Nach der Kapsulotomie hat der Chirurg nun Zugriff auf die Katarakt, um sie zu entfernen.

Bei einer herkömmlichen Katarakt-Operationen wird das Ultraschallgerät, das die Katarakt aufbricht, in den Einschnitt eingeführt. Während dieses Verfahren zur Phakoemulsifikation kann die Ultraschallenergie zu einer Wärmeentwicklung im Einschnitt führen. Dies kann den Einschnitt verbrennen und das visuelle Ergebnis negativ beeinflussen, weil es dadurch womöglich zu einer Hornhautverkrümmung.

Eine Verbrennung des Einschnitts kann ihn zudem undicht machen und mehrere Nähte erfordern.

Der Laser weicht die Katarakt hingegen auf, während diese aufbricht. Durch das Aufbrechen der Katarakt in kleinere, weichere Stücke sollte weniger Energie für die Entfernung der Katarakt benötigt werden. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit einer Verbrennung und Verzerrung des Einschnitts.

Katarakt-Operationen mit dem Laser können zudem das Risiko eines Kapselbruchs verringern. Dieser könnte nach der Operation Sehstörungen verursachen.

Die Linsenkapsel ist so dünn wie Zellophanfolie und es ist wichtig, dass der Teil, der nach der Katarakt-Operation im Auge verbleibt, unbeschädigt ist. Er hält die IOL in der ordnungsgemäßen Position und ermöglicht so eine scharfe, unverzerrte Sicht.

Die reduzierte Phakoemulsifikationsenergie, die bei Katarakt-Operationen mit dem Laser erforderlich ist, kann das Verfahren darüber hinaus sicherer für das innere Auge machen. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit bestimmter Komplikationen z. B. für eine Netzhautablösung.

Astigmatismuskorrektur während der Katarakt-Operation

Um bei Katarakt-Operationen mit dem Laser die Notwendigkeit einer Korrektionsbrille oder einer Lesebrille zu verringern, sollte eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) nach der Implantation von Linsen zur Korrektur von Alterssichtigkeit wie Mehrstärken-Intraokularlinsen und akkommodierenden IOLs unbedingt vermieden werden.

Eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) wird in der Regel dadurch verursacht, dass die Hornhaut in einem Meridian abgerundeter ist als in anderen. Mit anderen Worten: Die Hornhaut ist eher wie ein Football als wie ein Fußball geformt.

Um Astigmatismus zu reduzieren, können kleine Einschnitte in der Peripherie des stärker abgerundeten Meridians gesetzt werden. Wenn die Einschnitte verheilen, flacht dieser Meridian leicht ab, um der Hornhaut eine rundere, symmetrischere Form zu geben.

Dieses Verfahren wird limbal relaxing incisions (limbusnahe Entlastungschnitte, LRI) oder astigmatische Keratotomie (AK) genannt. Chirurgen können eine LRI oder AK mit einer Diamantklinge durchführen, was den Astigmatismus sehr effektiv reduziert.

Bei der refraktiven Laser-gestützten Katarakt-Chirurgie kann das mittels OCT erstellte Bild verwendet werden, um Laser-LRI- oder AK-Einschnitte mit einer sehr präzisen Lage, Länge und Tiefe zu planen. Dies erhöht die Genauigkeit des Verfahrens und die Wahrscheinlichkeit, nach der Katarakt-Operation keine Brille mehr zu benötigen.

Chirurgie-Systeme für eine Katarakt-Opteration mit dem Laser

Zu den Chirurgie-Systemen gehören:

  • LenSx Das LenSx-System (Alcon) ist für Hornhauteinschnitte, Kapsulotomien und Linsenfragementierungen (Kataraktfragmentierungen) zugelassen.

  • LensAR

    Das LensAR-Laser-System (LensAR, Inc.) ist für Hornhauteinschnitte, Kapsulotomien und Linsenfragementierungen (Kataraktfragmentierungen) zugelassen. "AR" steht für "Augmented Reality," was sich auf die Bildgebungstechnologie des Herstellers bezieht. Dem Unternehmen zufolge erhebt sie ein beispielloses Spektrum an biometrischen Daten und gibt ein anspruchsvolles 3D-Modell der Augenanatomie wieder.

  • Victus Die Victus Femtosecond Laser Plattform (Bausch + Lomb) ist ebenfalls für Hornhauteinschnitte, Kapsulotomien und Linsenfragmentierung in der Katarakt-Chirurgie mit dem Laser zugelassen. Das Victus-System bietet laut Hersteller eine Advanced Docking Technology (fortgeschrittene Andocktechnologie), die die Möglichkeit einer Augenneigung oder Verzerrung minimiert und eine präzise Ausrichtung ermöglicht. Sie wurde entwickelt, um die natürliche Form des Auges während der laser-gestützten Katarakt-Operation zu erhalten.

  • Femto LDV

    Das Femto LDV Femtosekundenlaser-System (Ziemer Ophtalmic) bietet laut Hersteller eine höhere Wiederholungsrate des Laserstrahls für schnellere Verfahren. Zudem soll die niedrige Energie pro Laserimpuls sanftere Behandlungen ermöglichen sowie überlappende Laserflecken für höhere Präzision und Vorhersehbarkeit.

All diese Systeme für Katarakt-Operationen mit dem Laser haben in klinischen Studien ausgezeichnete Ergebnisse erzielt. Der Chirurgen wählt den vom ihm verwendeten Laser nach seiner persönlichen Präferenz, basierend auf spezifischen Eigenschaften und weiteren Faktoren.

In der Regel kommt es mehr auf die Fähigkeiten Ihres Chirurgen als auf die Marke des Lasers an, der für die laser-gestützte Katarakt-OP verwendet wird.

Kataraktchirurgen, die Laser einsetzen, sehen seine Vorteile insbesondere bei hochtechnisierten Premium-Implantaten wie alterssichtigkeit-korrigierenden multifokalen IOLs und akkomodierenden IOLs. Zu den Vorteilen gehört eine bessere Linsenplatzierung und damit ein genaueres visuelles Ergebniss.

Kosten der Katarakt-Chirurgie mit dem Laser

Katarakt-Operationen mit dem Laser kosten in der Regel mehr als konventionelle Katarakt-Operationen. Die zusätzlichen Kosten einer solchen Laser-Opteration werden meist nicht von der Krankenversicherung übernommen.

Die Honorare für Katarakt-Operationen können von einem Chirurgen zum anderen erheblich variieren. Erkundigen Sie sich deshalb bei Beratung und Untersuchung detailliert nach den Kosten für eine laser-gestützte Katarakt-Operation.

Fazit

Schätzen Sie die Technologie der Katarakt-Chirurgie mit dem Laser unbedingt richtig ein.

Eine herkömmliche Katarakt-Chirurgie ist sehr wirksam und erfolgreich. Wenn Sie die zusätzlichen Kosten für eine Laser-Operation vermeiden möchten, können sich darauf verlassen, dass eine herkömmliche Katarakt-Operation wahrscheinlich sehr gute Ergebnisse liefert.

Wenn Sie jedoch die bestmögliche Technologie wünschen, ist die Laser-Chirurgie zur Entfernung Ihrer Katarakt eine attraktive Lösung. Ein genauerer Hornhauteinschnitt, eine Kapsulotomie und eine astigmatische Korrektur können Ihnen helfen, nach der Katarakt-Operation unabhängiger von einer Brille zu sein.

Um zu entscheiden, ob die Katarakt-Operation mit einem Laser die beste Wahl für Sie ist, fragen Sie Ihren Katarakt-Chirurgen und lassen Sie sich umfassend über die Technologie informieren.

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